Sizilien - Die Sonneninsel
Sizilien
Sizilien

Sizilien ist die größte Insel des Mittelmeers und wer diese Insel verstehen will, der muss zuerst eine Reise in die Zeit machen. In der Antike war Sizilien die größte Kolonie Griechenlands und drohte sogar das Mutterland und damit Athen zu überflügeln.

Zu dieser Zeit war die Insel ein ständiger Zankapfel von Griechen und Phöniziern, die sich auf der anderen Seite niedergelassen hatten, und auf diese Art und Weise ging die Geschichte der Insel weiter, nach den Griechen kamen die Römer, dann die Vandalen, die Goten Byzanz, die Araber, die Normannen, die Stauffer, Franzosen, Spanier und zu guter Letzt die Italiener. Eine Großmacht nach der anderen beanspruchte die Insel für sich. Die Sizilianer taten nichts anderes als sich mit der Situation abzufinden und einen geradezu unerhörten Erfindungsreichtum an den Tag zu legen, Regeln zu umgehen. Darin liegen die Wurzeln der Mafia und auch die Wurzeln des etwas chaotischen Lebens auf der Insel: Motorradfahrer ohne Helme, der Straßenverkehr scheint ohne Regeln auszukommen und auch viele Städte haben auf einen Bebauungsplan verzichten müssen und auch der Müll den man hier und da am Rand der Strasse findet zeugt von dieser Einstellung. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ und der Leser mag sich jetzt Fragen, warum sollte ich in diesen chaotischen Pfuhl reisen. Die Antwort ist verblüffend einfach: Wenn man dich mit diesem Chaos ein wenig angefreundet hat, dann macht Sizilien richtig Spaß und hat unheimlich viel zu bieten: Kulturell und landschaftlich. Ein Reichtum den man sich erarbeiten muss.

Die Insel zeigt extreme, eine Sonne die im Sommer unerbittlich die Landschaft entzündet und ein sanfter Frühling mit sattem grün. Die herrlichen Städte Syrakus und Taormina und die schrecklichen Randgebiete Palermos. Die Idylle Marzamemis im Kontrast zum Verkehrschaos großer Städte. Wer die Toskana liebt der wird Sizilien wahrscheinlich etwas zu chaotisch finden, wer aber aufgeschlossen ist, der verbringt hier eine fantastische Zeit, der steigt auf den Ätna, um in den Vulkan zu blicken oder sieht die Fackel des Meeres, Stromboli, hunderte Meter hoch Lava in den Himmel schleudern, der läßt sich von den gewaltigen Barockbauten Notos verzaubern oder wandelt in Archimedes Fußspuren in Syrakus, der schaut über die Stadt Taormina auf den Ätna, bewundert die Kathedrale Palermos oder badet an den schönsten Stränden Italiens.